Asseln im Haus: Ursachen finden & effektiv bekämpfen

Asseln im Haus: Ursachen und Bekämpfung effektiv gestalten

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Das Auftreten von Asseln im Haus sorgt bei vielen Menschen für Unbehagen, obwohl die kleinen Krebstiere für die menschliche Gesundheit völlig harmlos sind. Sie gelten primär als Lästlinge, die durch ihre Anwesenheit auf tieferliegende Probleme wie Feuchtigkeit oder organische Zersetzungsprozesse im Gebäude hinweisen. Dieser Ratgeber erläutert, wie man einen Befall erkennt, welche Ursachen zugrunde liegen und mit welchen Methoden man die Tiere dauerhaft entfernt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Asseln sind keine Insekten, sondern Landasseln (Krebstiere), die Feuchtigkeit benötigen.
  • Ein Befall im Wohnbereich deutet oft auf bauliche Mängel oder zu hohe Luftfeuchtigkeit hin.
  • Die Bekämpfung erfolgt am besten durch Entzug der Lebensgrundlage (Trockenlegung).
  • Hausmittel wie Kartoffelfallen sind effektiv für die sanfte Entfernung einzelner Tiere.

Warum kommen Asseln ins Haus?

Asseln gelangen meist auf der Suche nach Feuchtigkeit und Nahrung in Innenräume, da sie über Kiemen atmen und in trockener Umgebung schnell austrocknen. Sie nutzen Ritzen in Mauerwerken, undichte Kellerfenster oder Türspalten als Eintrittspforten, besonders wenn der Außenbereich direkt an das Fundament grenzt.

Feuchtigkeitsquellen als Hauptursache

Da Landasseln zwingend auf eine hohe Umgebungsfeuchte angewiesen sind, findet man sie im Haus vor allem in Kellern, Waschküchen oder Badezimmern. In der Praxis zeigt sich, dass ein plötzliches Massenauftreten oft mit starken Regenfällen oder defekten Rohrleitungen korreliert. Wenn die Außenbereiche gesättigt sind, flüchten die Tiere in die vermeintlich geschützten Hohlräume der Hauswand.

Nahrungsangebot und Versteckmöglichkeiten

Organisches Material wie lagerndes Gemüse, feuchtes Holz oder herbstliches Laub vor den Lichtschächten dient als Magnet. Die Tiere ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und Pilzen. Ein unaufgeräumter Keller mit Kartonagen auf feuchtem Boden bietet ideale Bedingungen für eine Koloniebildung. Ähnlich wie bei anderen Schädlingen, etwa wenn Kellerasseln im Haus auftreten, ist die Kombination aus Dunkelheit und Nässe entscheidend.

Bauliche Schwachstellen am Fundament

Risse im Putz oder mangelhafte Abdichtungen zum Erdreich ermöglichen den Toren den Zugang. Besonders Altbauten mit Natursteinfundamenten sind anfällig, da die Fugen im Laufe der Jahrzehnte porös werden. Hier finden die Tiere nicht nur einen Weg nach drinnen, sondern auch optimale Brutplätze innerhalb der Mauerkonstruktion.

Wichtig zu wissen

Asseln sind Nützlinge im Garten, da sie Humus bilden. Im Haus sind sie jedoch ein Indikator für ein mikroklimatisches Problem, das langfristig Schimmelbildung begünstigen könnte.

Welche Arten von Asseln treten im Haus auf?

Im häuslichen Umfeld trifft man primär auf die Kellerassel (Porcellio scaber) und die Mauerassel (Oniscus asellus), die sich in ihren Lebensgewohnheiten ähneln. Beide Arten gehören zur Ordnung der Isopoda und sind weltweit verbreitet, wobei sie dunkle, kühle Orte bevorzugen und Licht meiden.

Die Kellerassel als häufigster Gast

Die Kellerassel ist an ihrem grauen, segmentierten Panzer erkennbar und erreicht eine Länge von bis zu 20 Millimetern. Sie ist extrem anpassungsfähig, benötigt aber eine Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent zum Überleben. In Wohnräumen mit moderner Zentralheizung überleben diese Tiere meist nur wenige Tage, sofern sie keine feuchten Nischen finden.

Unterscheidung zur Rollassel

Ein interessantes Merkmal einiger Arten ist die Fähigkeit, sich bei Gefahr zu einer perfekten Kugel zusammenzurollen. Dies ist typisch für die Rollassel, während die klassische Kellerassel flach am Boden bleibt und versucht, schnell in eine Spalte zu flüchten. Die Identifikation ist für die Bekämpfung zweitrangig, da die Ursachenbekämpfung bei allen Landasseln identisch ist.

Wie bekämpft man Asseln im Haus effektiv?

Die effektivste Bekämpfung besteht im Entzug der Lebensgrundlage durch konsequente Trockenlegung und das Abdichten von Zugangswegen. Chemische Mittel sind in den meisten Fällen unnötig, da die Tiere bei normaler Zimmerluftfeuchtigkeit von selbst absterben oder den Raum verlassen.

Mechanische Entfernung und Fallen

Man kann einzelne Tiere einfach aufsaugen oder mit Handfeger und Schaufel nach draußen befördern. Eine bewährte Methode ist die Verwendung einer ausgehöhlten Kartoffel oder einer feuchten Stofftasche, die über Nacht ausgelegt wird. Die Asseln sammeln sich darunter und können am nächsten Morgen gesammelt im Kompost entsorgt werden. Dies ist deutlich nachhaltiger als der Einsatz von Bioziden.

Einsatz von Hausmitteln

Backpulver oder Natron werden oft als Hausmittel genannt, führen jedoch zu einem qualvollen Tod durch Austrocknung. Wer eine sanftere Methode bevorzugt, setzt auf Barrieren aus Salbei oder Backpulver-Zucker-Mischungen nur im äußersten Notfall ein. In vielen Fällen hilft es bereits, die betroffenen Räume intensiv stoßzulüften, um die Feuchtigkeit zu senken. Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie Kellerasseln effektiv bekämpfen können? Ähnliche Strategien helfen auch, wenn man was hilft gegen Ameisen im Haus recherchiert, da Hygiene und Trockenheit universelle Präventionsfaktoren sind.

Praxis-Tipp

Ein elektrischer Luftentfeuchter kann in feuchten Kellerräumen wahre Wunder wirken. Sinkt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 60 %, verschwinden die Asseln von ganz allein.

Präventive Maßnahmen am Gebäude

Um ein erneutes Eindringen zu verhindern, sollten alle bodennahen Öffnungen kontrolliert werden. Das Anbringen von engmaschigen Gittern an Kellerfenstern und das Abdichten von Rohrleitungsdurchführungen mit Silikon oder Mörtel sind essenziell. Auch das Entfernen von Laubanhäufungen direkt an der Hauswand reduziert den Siedlungsdruck von außen massiv.

Checkliste zur Assel-Prävention

  • Kellerfenster mit Insektenschutzgittern versehen
  • Organische Abfälle (Gemüse, Obst) nicht offen lagern
  • Risse im Fundament und Mauerwerk fachgerecht verschließen
  • Luftfeuchtigkeit in Kellerräumen regelmäßig kontrollieren

Vergleich von Bekämpfungsmethoden

Je nach Stärke des Befalls und Ort des Auftretens eignen sich unterschiedliche Strategien. Während im Wohnbereich oft einfache Maßnahmen ausreichen, erfordern feuchte Kellerräume eine systematische Herangehensweise.

MethodeWirkungsweiseEignung
Köderfallen (Kartoffel)Anlocken und AbsammelnGeringer Befall, Wohnraum
LuftentfeuchtungEntzug der LebensgrundlageDauerhafte Lösung für Keller
KieselgurMechanische AustrocknungStarker Befall in Nischen

Vor- und Nachteile chemischer vs. natürlicher Methoden

In der Schädlingsbekämpfung wird oft vorschnell zu Insektiziden gegriffen. Bei Asseln ist dies jedoch meist kontraproduktiv, da die Ursache (Feuchtigkeit) bestehen bleibt und neue Tiere nachrücken. Natürliche Methoden sind hier klar im Vorteil, da sie keine Rückstände in Wohnräumen hinterlassen.

Vorteile natürlicher Abwehr

  • Keine Belastung der Raumluft
  • Kostengünstig und einfach
  • Schont Nützlinge im Außenbereich

Nachteile chemischer Keulen

  • Potenzielle Gesundheitsrisiken
  • Nur kurzfristige Symptombekämpfung
  • Gefahr für Haustiere

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